Virtuelle Studienreise aus Russland in vier Länder – auch zur DMAN

Es war ein interessantes Format, das unsere Partner konzipiert hatten: Die Graduate School of Public Administration (GSPM) der RANEPA führte in der Woche vom 15. bis 19. März 2021 eine virtuelle Studienreise durch – jeden Tag vier Länder, immer zu einem Thema. Die Reise führte virtuell nach Südkorea, Singapur, Finnland und Deutschland. Die Themen waren breitgefächert: Verwaltungssystem und Bürgerbeteiligung, Arbeitsmarkt, Demografie, Kulturmanagement und Stadtentwicklung. Die DMAN hatte die Ehre (und das Vergnügen), den deutschen Teil durchzuführen.

Die Studienreise fand im Rahmen des Programms „Fort- und Weiterbildung der Führungskräftereserve (2010-2021)“ statt, das von der GSPM durchgeführt wird. Alle Teilnehmer waren hochrangige russische Verwaltungsführungskräfte aus ganz unterschiedlichen Fachbereichen und Regionen Russlands, darunter auch Vertreter der Führungskräftereserve auf der Ebene der Föderation und des Präsidenten. In jedem Land trafen sie Experten aus Hochschulen und aus der Praxis, die in jeweils 1,5 Stunden ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit ihnen teilten.

Zum Auftakt stellten am Montag Kerstin Biedermann, Geschäftsführerin des 4 Generationen Parks, und Bürgermeister Torsten Harms aus der Gemeinde Wathlingen bei Celle die Organisation der Verwaltung in Deutschland und die verschiedenen Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung vor. Beide Referenten sind vielen Teilnehmern unserer Verwaltungsseminare gut bekannt und freuten sich, wieder einmal mit russischen Verwaltungsexperten zu sprechen.

Am Dienstag waren Arbeitsmarktpolitik und die Leistungen für Arbeitssuchende die zentralen Themen. Es ging um die staatliche Förderung von Beschäftigung und die Organisation der Arbeitsvermittlung, darunter auch für Menschen mit Einschränkungen verschiedener Art. Die Experten kamen wieder aus dem kommunalen Bereich, aber auch von der Bundesagentur für Arbeit und dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung.

Lutz Stratmann, Minister a.D. und Geschäftsführer der Demografieagentur für die Wirtschaft GmbH aus Hannover informierte die Teilnehmer am Mittwoch über die Herausforderungen der demografischen Entwicklung in Deutschland und über die Aktivitäten der Demografieagentur, die Unternehmen dabei unterstützt, dem Fachkräftemangel zu begegnen. Er führte mögliche Handlungsfelder für Unternehmen an: Führungskultur, Vielfalt im Unternehmen, Aus- und Weiterbildung, Gesundheitsmanagement und natürlich Digitalisierung.

Der Donnerstag stand dann ganz im Zeichen der Kultur und speziell des Zusammenwirkens von staatlichen/kommunalen und privaten Akteuren in Kulturprojekten. Nach einem Überblick über verschiedene Formen der Kooperation durch unseren langjährigen DMAN-Trainer (und bekennenden Fan der Hamburger Elbphilharmonie) Klaus-Peter Wagenführ wurden als praktische Beispiele das Projekt UNESCO City of Music und die Bewerbung der Stadt Hannover als Europäische Kulturhauptstadt präsentiert. Auch das kreHtiv Netzwerk Hannover e.V. war dabei, in dem über 300 Unternehmen aus der regionalen Kreativwirtschaft vertreten sind.

Am Freitag schließlich stand das Thema Stadtentwicklung auf dem Programm, und es waren sowohl wieder die eher ländliche Gemeinde Wathlingen als auch die Großstadt Hamburg fachlich vertreten. Die Vorträge und Fragen drehten sich um die Förderung bezahlbaren Wohnraums, um Neubauprojekte und bei den Beispielen aus Hamburg um die Entwicklung bestehender und neuer Stadtteile: die Stadtteilentwicklung des Bezirks Mitte und die integrierte Wissenschafts-, Innovations- und Stadtentwicklung im Projekt Science City Bahrenfeld.

Sicher war es für die Teilnehmenden eine anstrengende Woche, aber vor allem eine Zeit, die viele Anregungen brachte, oft auch eine Bestätigung des eigenen Kurses, neue Ideen und auch neue Fragen, die im Austausch mit den vielen Fachleuten entstanden.

Die Projektleiterin der GSPM Tatiana Lavrova stellte in der Auswertung fest: „Die Integration internationaler Erfahrungen ist ein Schlüsselelement der Weiterbildung für die oberste Ebene der Führungsreserve, und trotz der Pandemiesituation ist es uns gelungen, gemeinsam einen interessanten Ansatz zu erarbeiten. So erwies sich das Modul trotz des Distanzformats als ziemlich praxisorientiert. Die Teilnehmer konnten sich ganz in den Lernprozess vertiefen und auch kritische Fragen stellen, die sie bewegten. Die eingeladenen Experten der DMAN haben die Inhalte detailliert und verständlich vermittelt und ihre Erfahrungen und Erkenntnisse geteilt. Wir meinen, dass die Durchführung solcher Programme die Qualität von Bildungsangeboten definitiv erhöht.“