Sechs Länder aus drei Erdteilen zu Gast in Celle

Gruppenbild vor dem Schloss Celle

Besuch bei der Bäckerei Vatter in Buchholz

Besuch bei der Bäckerei Vatter in Buchholz

Besuch bei der Hofmosterei JH. Holst im Alten Land

Besuch bei der Chriwa Wasseraufbereitungstechnik GmbH

Gruppenbild zum Abschluss des Programms

Ein Managerfortbildungsprogramm des BMWi zum Thema Lebensmittelverarbeitung führte vom 23. September bis 18. Oktober 2019 eine Gruppe von 19 jungen Unternehmern aus Aserbaidschan, Chile, Indien, Mexiko, Turkmenistan und Vietnam zur DMAN nach Celle.

Die Teilnehmer repräsentierten mit ihren mittelständischen Unternehmen fast die volle Breite der Lebensmittelbranche – Gemüse, Fleisch, Obst, Saft, Fisch, Trockenfrüchte, Kekse, Sojabohnen, Pilze, Tee, Avocadoöl bis hin zu Algenburgern.

Die Top-Manager wollten sich über neueste Entwicklungstrends in der Lebensmittelindustrie und im Agrarsektor informieren sowie deutsche Partner für gemeinsame Projekte und Kooperationen finden. Dazu hatten sie während der fünfzehn Unternehmensbesuche, bei individuellen Unternehmertreffen und beim Messebesuch auf der Anuga in Köln ausführlich Gelegenheit.

Die Anuga ist die weltweit größte Fachmesse für Lebensmittel und Getränke und gilt als wegweisend für die Entwicklungen der Branche. Ihre Bedeutung als wichtigster Branchentreff belegen auch die Zahlen von 2019 eindrucksvoll: 7.590 Aussteller und über 170.000 Besucher. Von der Anuga waren die MP-Teilnehmer begeistert. Nach Schulungen und Besuchen in deutschen Unternehmen verbrachten die Führungskräfte eine inspirierende Zeit auf der Messe. Die Tage waren nicht nur interessant und informativ. Sie boten auch eine gute Gelegenheit, sich mit potentiellen Kunden und Partnern auszutauschen, zu vernetzen und Geschäftsprojekte zu initiieren.

Alle Beteiligten waren sehr zufrieden mit den erreichten Ergebnissen. So hat Bhavya Chandarana für sein Unternehmen Raghuvanshi Exports mit der Firma Global Foods Trading GmbH aus Biebesheim einen möglichenPartner gefunden. Sein indischer Kollege Harith Budhraja zog folgendes Fazit: „Als Unternehmer habe ich bereits viele internationale Messen besucht. Doch die Anuga-Messe in Köln hat mich mit ihrer Größe und mit der immensen Anzahl der Aussteller nahezu überwältigt. Diese Messe bietet ein großes Potential für die Anbahnung von Geschäftskontakten. Man muss sich aber auch gründlich darauf vorbereiten, ansonsten geht man hier einfach verloren."

Einig waren sich alle Teilnehmer darin, dass sie sich „fit for partnership with Germany“ machen wollten. Während ihrer Betriebserkundungen erhielten sie Einblicke in den Unternehmensalltag und lernten, die unternehmerische Praxis in Deutschland besser zu verstehen. Fasziniert waren sie besonders von den gewachsenen Traditionen der deutschen Mittelständler und dem modernen, präzisen Management von Qualität, Innovationen, Technologien, Personal und Marketing. In den Familienunternehmen beeindruckten stets die Motivation und der Stolz der Mitarbeiter sowie die Sauberkeit am Arbeitsplatz und in der Produktion.

Annaoraz Durdyyev aus Turkmenistan war begeistert vom Besuch am Stammsitz des Bäckereiunternehmens Vatter in Buchholz. Die Bäckerei wurde 1955 gegründet, verfügt über eigene Verkaufsgeschäfte und legt Wert darauf, dass in der Fertigung nur hochwertige Rohstoffe wie hauseigener Sauerteig und Mehl sowie Erzeugnisse aus der Region verwendet werden. Auf Fertigbackmischungen und andere vorgefertigte Produkte wird komplett verzichtet. Annaoraz schwärmte: „Der Besuch der Bäckerei Vatter war für mich eine Offenbarung. In Turkmenistan produzieren wir auch Gebäck und Backwaren. Unsere Produktion ist dreimal kleiner als die von Vatter, aber unser Jahresumsatz ist fast vierzigmal kleiner! Das verdient großen Respekt und verändert meine Vorstellung vom deutschen Markt ungemein.“

Jalal Shiralizade war von der Gilde Brauerei sehr angetan: „Mir hat am meisten der Besuch der Gilde Brauerei in Hannover gefallen. Ich arbeite in der Getränkeindustrie in Aserbaidschan, und es war für mich äußerst interessant zu sehen, wie ein deutsches Unternehmen dieser Branche funktioniert. Meine Erwartungen haben sich erfüllt: Es ist eine sehr saubere, gut organisierte und hoch automatisierte Produktion. Die Verkostung hat sehr viel Spaß gemacht! Es war ein perfekter Abschluss für unser Gruppenprogramm!“

Nicht nur die ausländischen Führungskräfte profitierten von den Betriebsbesuchen. Auch die deutschen Unternehmer hatten ihren Nutzen und ihre Freude. Ziemlich zu Anfang ging es zur Hofmosterei JH. Holst KG im Alten Land. Seit über 20 Jahren wird in dem Familienbetrieb Saft aus heimischem Obst hergestellt und ausschließlich regional vertrieben. Für Obstbauern aus der Region werden individuelle Pressungen hergestellt. Joachim Holst, Inhaber und Geschäftsführer der Hofmosterei, freute sich über das große Interesse seiner Besucher: „Es war für mich interessant zu erfahren, dass so junge Menschen bereits in Führungspositionen arbeiten. Das große Interesse an unserer Produktion hat mich sehr gefreut, und am Ende war es ein lebhafter Erfahrungsaustausch. Viele denken, es gebe ein Geheimnis, das zu schnellem Erfolg führt. Meine Lebenserfahrung zeigt, und das habe ich versucht den jungen Leuten zu vermitteln, das einzige Geheimnis ist harte und konsequente Arbeit. Nur so kann man etwas aufbauen.“

Die Chriwa Wasseraufbereitungstechnik GmbH ist in Niedersachsen ansässig, weltweit tätig und stark auf dem lateinamerikanischen Markt engagiert. Héctor Santodomingo, Head of Business Management Latin America, freute sich daher sehr darüber, dass in der Besuchergruppe, die er durch das Werk in Hambühren führte, internationale Gäste aus Chile, Indien, Mexiko und Vietnam waren. Er fasste am Ende des Besuches zusammen: „Dank des Managerfortbildungsprogramms und der DMAN konnte am 10. Oktober 2019 eine Gruppe von Führungskräften und Unternehmern unseren Firmensitz besichtigen. Chriwa unterstützt eine nachhaltige Kooperation mit internationalen Unternehmen und bedankt sich bei der DMAN für den Besuch!"

In allen besuchten Unternehmen bekamen die Teilnehmer neue Ideen und wichtige Informationen für ihre eigene Arbeit. Bemerkenswert, wie ausführlich ihre Fragen beantwortet wurden. Der offene Erfahrungsaustausch mit dem Management in den deutschen Firmen hat die Teilnehmer sehr beeindruckt und ihnen neue Chancen für Kooperation mit deutschen Partnern sowie Ideen und Impulse zur Optimierung ihrer Heimatunternehmen gebracht.