Managerfortbildungsprogramm mit Russland: Wirtschaftskooperation in der Lebensmittelindustrie

Einführungsseminar am ersten Tag des Programms

Virtueller Unternehmensbesuch bei Falkenstein

Virtueller Unternehmensbesuch bei GEMÜ

Abschluss des Managerfortbildungsprogramms

Vom 30. August bis zum 21. Oktober 2021 führte die DMAN für Manager aus Russland ein virtuelles Managertrainingsprogramm zum Thema Wirtschaftskooperation durch. Alle Teilnehmer kamen aus der Lebensmittelindustrie, wobei ihre Spezialgebiete unterschiedlich waren (Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse, Backwaren, Molkerei, Spirituosen, Honig und Heilpflanzen). Alle wollten einkaufen (Technik und Ausrüstungen, Lebensmittel), sechs wollten verkaufen, und sechs Kooperationen waren schon angedacht. Bis auf drei Herkunftsunternehmen mit über 1000 Mitarbeitern handelte es sich um kleine und mittelständische Unternehmen. Alle Manager einte das Ziel, „Fit for Partnership with Germany“ zu werden.

Angesichts der andauernden Coronapandemie nutzten auch diese Teilnehmer die virtuelle Chance, Geschäftskontakte zu deutschen Unternehmen aufzubauen oder bereits bestehende aufrechtzuerhalten und auszubauen. Die folgenden Zitate belegen die ehrgeizigen Ziele der Manager.

Marina Devyatkina ist kaufmännische Direktorin in einem kleinen Unternehmen mit fünfzehn Mitarbeitern in Kemerovo, das Gelees, Marmeladen, Getränke und Saftkonzentrate produziert. Sie wollte besonders die Personalführung, das Qualitätsmanagement und das internationale Projektmanagement im deutschen Mittelstand kennenlernen. Zum Unternehmensbesuch bei Falkenstein sagte sie: „Das ist ein sehr beeindruckendes Unternehmen mit bester praktischer Erfahrung im internationalen Projektmanagement. Durch diesen virtuellen Besuch konnten wir Einblicke in die Zukunft der Lebensmittelproduktion bekommen. Mit dieser Firma würden wir gerne zusammenarbeiten.“

Ebenfalls in Sibirien lebt und arbeitet Andrei Liubimov. In Kemerovo stellt der Geschäftsführer mit seinen vierzehn Mitarbeitern Honig und Imkereiprodukte her. In Deutschland suchte er nach Käufern für seinen „Engelwurz-Honig“, sibirischen Honig der Premium-Klasse, und nach Ausrüstungen zur Verpackung von Imkereiprodukten. Auch er interessierte sich für die Grundlagen der deutschen Wirtschaft, das Management internationaler Projekte, die Suche nach ausländischen Partnern und die Verhandlungsführung mit ihnen. Ausführliche Informationen erhielt er beim virtuellen Besuch der Firma GEMÜ, eines führenden Herstellers von Ventil-, Mess- und Regelsystemen für Flüssigkeiten, Dämpfe und Gase. Sein Feedback dazu: „Das war ein äußerst interessanter virtueller Rundgang durch eine hochautomatisierte Produktion auf einem sehr hohen Niveau! Einfach nur beeindruckend! Der hohe Automatisierungsgrad macht es möglich, die Personalzahl gering zu halten.“

Dieser virtuelle Besuch bei GEMÜ am 12. Oktober 2021 war ein besonderes Highlight und Best Practice für alle am Programm beteiligten Manager. Auch Eduard Karpekin, Vertriebsmanager bei GEMÜ, äußerte sich sehr zufrieden über den Austausch: „Über den Besuch der Delegation aus der russischen Food-Industrie haben wir uns sehr gefreut. Der virtuelle Betriebsrundgang hat auf besondere Weise einen regen Austausch über Produkte und Services für russische Unternehmen der Lebensmittelindustrie ermöglicht. Besonders spannend fanden wir, dass durch dieses virtuelle Format ein direkter Dialog stattgefunden hat und wir persönliche Kontakte knüpfen konnten, die für beide Seiten neues Potential aufgezeigt haben.“

Unter den weiterhin andauernden Auswirkungen der Pandemie zeigten viele deutsche Unternehmen großes Interesse an virtuellen Besuchen der russischen Manager. Die Teilnehmer erhielten Einblicke in die deutsche Unternehmenskultur, konnten mit den Führungskräften praktische Managementfragen diskutieren, und manch einer nahm auch konkrete Anregungen für die Optimierung der Prozesse in seinem Heimatunternehmen mit.

Auch an den virtuellen Trainings beteiligten sich die russischen Manager sehr aktiv, wie Frank Neumann, Beauftragter der DMAN für Kooperationen und Dozent für Fragen rund um den Wirtschaftsstandort Deutschland, berichten konnte. „Großes Interesse der Teilnehmer galt natürlich der aktuellen, durch Covid-19 hervorgerufenen Situation, gestörten Lieferketten und den damit möglicherweise verbundenen Risiken für Investitions- oder Kooperationsprojekte – nicht nur in Bezug auf verlängerte Lieferzeiten beim Einkauf deutscher Maschinen, sondern auch unter dem Aspekt eingeschränkter Reisemöglichkeiten für deutsche Monteure oder Servicemitarbeiter. Die Praxis zeigt, dass sich durch gute Planung und eine intensive Kommunikation nahezu alle Herausforderungen lösen lassen – mit moderner Kommunikationstechnik lassen sich heute z.B. auch Ferninbetriebnahmen realisieren.“ Auch auf die zwei B2B-Gespräche, die von Frank Neumann in russischer Sprache moderiert wurden, hatten sich die beiden russischen Manager sehr gut vorbereitet.    

Die virtuellen Trainingseinheiten, die gemeinsamen virtuellen Besuche deutscher Unternehmen und die Wahrnehmung gezielter individueller Geschäftskontakte gaben den russischen Lebensmittelspezialisten umfassende Impulse, zu erkennen, was für den Aufbau und die Intensivierung von deutsch-russisch Geschäftsbeziehungen elementar ist. Die teilnehmenden Manager waren sehr zufrieden mit dem Programm, denn sie konnten bereits von diesem virtuellen Managertrainingsprogramm profitieren.