Kundenorientierte Produktentwicklung: Praxisberichte beim Rosatom-Online-Forum

Am 26. November 2020 fand das Online-Forum “Rosatom Business 2030” zu Programmen der Unternehmensentwicklung statt, das unser Partner Rosatom Corporate Academy organisiert hatte. Die DMAN vermittelte zwei Referenten, die im Panel „Wer ist mein Kunde?“ ihre Unternehmen vorstellten und über ihre Erfahrungen mit Kundenorientierung und der Entwicklung neuer Produkte in enger Interaktion mit den Anwendern berichteten.

Sergey Ballyuzek, Marketingleiter Russland von OOO Dräger, Moskau, sprach zum Thema “Wie schaffen wir umfassende Lösungen für unsere lieben Kunden?” Dräger ist ein weltweit agierender Hersteller von Medizin- und Sicherheitstechnik und seit über 100 (!) Jahren auf dem russischen Markt aktiv. Wie das Unternehmen bei der Entwicklung neuer Produkte mit den Kunden zusammenarbeitet und ihre Interessen berücksichtigt, zeigte Sergey Ballyuzek anhand von zwei Fallstudien:

Der erste Fall ist die Entwicklung eines fahrbaren Brutkastens für Frühgeborene. Es wurde eine Projektgruppe gebildet, in der neben Dräger-Spezialisten verschiedener Fachbereiche und aus verschiedenen Ländern auch Ärzte und Pflegepersonal aus Kinderkrankenhäusern und Experten aus Fachverbänden vertreten waren. Ausgehend von den globalen und spezifischen Anforderungen an eine Transporteinrichtung wurde gemeinsam ein Pflichtenheft mit Funktionen und Eigenschaften entwickelt, die das neue Produkt erfüllen sollte. Dieses wurde dann von Dräger abgearbeitet und führte zu dem neuen Produkt, dem Dräger Babyleo TN500.

Im zweiten Fall ging es um einen ganzen anderen Bereich – Ausrüstung für Feuerwehrleute – und eine andere Aufgabenstellung: die Erarbeitung eines integrierten Konzepts zur Arbeit mit Feuerwehren und Rettungsdiensten, mit dem Ziel, nicht einzelne Geräte, sondern integrierte Lösungen anzubieten. Auch hier wurde an die Anforderungen und Erfahrungen der Kunden angeknüpft und im Zusammenspiel mit Dräger-Geschäftseinheiten und dem Marketing-Team eine integrierte Kommunikations- und Produktstrategie entwickelt, die Lösungen für Vorbereitung und Training, ständige Einsatzbereitschaft und den Ernstfall der Brandbekämpfung abdeckt

Der zweite Sprecher war Stephan Bansmer, Miteigentümer des niedersächsischen Start-ups Coldsense Technologies. Das Hightech-Unternehmen aus Braunschweig hat sich darauf spezialisiert, technische Geräte und Anlagen vor Kälte und Vereisung zu schützen.

Stephan Bansmer erläuterte, wie die Systeme zur frühzeitigen Entdeckung von Vereisung und zur Enteisung auf die spezifischen Anforderungen der Kunden zugeschnitten werden, besonders für Luftfahrt, Windenergieanlagen, Schienenverkehr oder Drohnen. Die realen Probleme, die bei den Kunden durch Vereisung auftreten können, und damit die Zielsetzungen der Arbeit von Coldsense, sind dabei ganz unterschiedlich: Geht es bei der Windenergie eher um den stabilen Betrieb und eine längere Lebensdauer der Anlagen, steht in der Luftfahrt die Sicherheit an oberster Stelle, und bei der industriellen Kältetechnik wird eine effiziente Nutzung von Maschinen und Geräten angestrebt.

Entsprechend muss Coldsense bei jedem Kunden zunächst eine detaillierte Analyse des Bedarfs und der Anforderungen erarbeiten, bevor dann in weiteren Schritten eine individuelle Problemlösung erarbeitet werden kann. Zudem unterstützt das Unternehmen die Forschung, Entwicklung und Konstruktion von Produkten seiner Kunden, um mögliche Probleme durch Vereisung von vornherein zu minimieren.

Für die Teilnehmer des Panels bei diesem Online-Forum war es wichtig und sehr aufschlussreich, diese Erfahrungen zur Kundenorientierung aus erster Hand kennenzulernen, sodass das Feedback zu den Vorträgen sehr positiv war. Wir freuen uns, dass wir mit den beiden Vorträgen einen nützlichen Beitrag zu dieser Rosatom-Veranstaltung leisten konnten.